Nachdem wir vor 1990 viel versucht hatten, anspruchsvolle Berge im sozialistischen Ausland zu erklimmen, zog es uns 1990 in die Alpen. Damit setzten wir unsere Erfahrungen der Hohen Tatra und den anderen Gebirgen im Alpenraum fort. Tante und Onkel aus Stuttgart führten uns in die Bergwelt um den Wendelstein   und des Etschtals ein. Einmal “Blut geleckt”, versuchten wir, “Höher und Höher” zu kommen. Der Beginn war immer noch mit der DDR-Ausrüstung machbar, aber nach und nach wurde die Ausrüstung moderner und auch sicherer. Wir gingen bis 2002 ohne Bergführer, erst dann wurden die Touren mit Bergführer organisiert. Mit den Jahren gelangten wir auch ins “Ewige Eis”, ohne die 4000er Marke zu erreichen. Die Gipfelhöhe ist nicht entscheidend für Ansprüche, Anstrengungen usw., auch bei 3000 m kann man seine Leistungsgrenze finden. Wenn man nicht trainiert hat, kann man in den 3000ern Sin Schwierigkeiten kommen.

Als wir 2002 in Vent zum Wanderurlaub weilten, gab es die Möglichkeit, den zweithöchsten Berg Österreichs zu besteigen. Die Wildspitze mit 3768 m über NN war mit einer Zwischenübernachtung in der Breslauer Hütte die erste Hochgebirgstour meines Lebens und deswegen wird sie etwas Besonderes bleiben. Am 29.08.2002 stieg ich mit Steigeisen, Eispickel, Klettergurt und einer Analogkamera am Seil eines Bergführers auf und erreichte am Nachmittag wieder die Hütte.
– Die folgenden Gipfel sind nach Namen sortiert:

Unterschiedliche Meßstellen für NN bedingen unterschiedliche Höhenangaben (NN):
Deutschland: Normalhöhennull in Wallenhorst bei Osnabrück
Italien: Orthometrische Höhe – Pegel Genua (Bezugspunkt) Schweiz: Orthometrische Höhe – Pegel Marseille – über Meer

Cevedale3778 m NN – 04.09.2005 ab Casati-Hütte – Südtirol –  (3769 m nach dem  italienischem Meßpunkt in Genua(Pegel)) Nach erfolgtem Talaufstieg über den Suldengletscher und die Suldenspitze wurde das Gepäck in der Hütte deponiert und der Gipfel bestiegen. Rückweg ohne Sonne – es wurde kalt.

Blick von der Casati-Hütte zum Cevedale
Gipfel des Cevedade

Großglockner – 3798 m NN – 08.09.2005 ab Stüdl-Hütte – Aufstieg von Kals in den Hohen Tauern zum höchsten Berg Österreichs. Es gibt mehrere Zustiege. Maik, unser Bergführer, wählte die Standardroute, die schon der sächsische König Friedrich August III. am 2.8.1910 gegangen war. Die anderen Varianten waren Klettersteige und das wollten wir auch nicht. 5:45 Uhr war es noch fast dunkel und wir starteten ohne Stirnlampen über den dicken Gletscher. Die Eiswand dahinter existierte 2018 nicht mehr. Da waren mindestens 50 m Gletscherstärke abgeschmolzen und wir mussten klettern.  2005 konnten wir bequem mit Steigeisen laufen. 10:30 Uhr erreichten wir das Gipfelkreuz und stiegen bis nach Kals ab. 

Großglockner 2005 (1)
Großglockner 2005 (2)

Am 10.08.20018  wiederholte ich diese Tour. Dieses Mal war meine Ehefrau und der 15jährige Engel mit dabei. In der Erinnerung war es ein leichter Berg. Aber viele Jahre hattten den Gletscher abschmelzen lassen, nicht nur die Pasterze. Wir stiegen mit dem Bergführer von der Stüdl-Hütte auf und benötigten viel mehr Zeit in der nun eisfreien Felswand. Ein Regen erfasste uns kurz von “Adlersruh”. Hier in der “Erzherzog-Johann-Hütte” übernachteten wir. 5 Uhr standen wir auf und stiegen gegen 6 Uhr los. “Alle steigen hoch, oder Keiner”, also gab es kein Warten an der Glocknerscharte. 

2005 war hier noch Eis
Großglocknerscharte 2018
Glocknerscharte und Gipfel
148 Altersjahre am Gipfelkreuz

Trotz Warnung eines anderen Führes erreichten wir 8:15 Uhr den Gipfel ohne Unwetter oder Regen. 10:30 Uhr waren wir wieder an der Hütte und nach einer Pause erreichten wir die Stüdl gegen 13 Uhr. Es folgte der Talabstieg …

Großvenediger – 3666 m NN – 27.07.2016 ab Defreggerhaus-    Hohe Tauern – Zur Johannishütte mit dem Hüttentaxi – 4 Stunden Aufstieg mit Höhenaklimatisation. Wir waren ein Familienunternehmen mit meiner Frau und dem 13jährigen Enkel. 6:45 Uhr starteten wir am Seil. Steigeisen wurden spät angelegt. 9:30 Uhr standen wir auf dem Gipfel. Das Wetter zog zu. Rückkehr Defregger 11:20 Uhr. Abstieg zum Taxi: Bergführer Wolfgang zeigte, dass es mit Schirm zwar doof aussieht, aber man nicht so schwitzt, wie in den besten Regensachen.

Hoher Angelus3521 m NN – 07.09.2006 – ab Düsseldorfer-Hütte-Kanzellift
Aufstieg ab 9:45 Uhr. Wir folgten einer Gruppe mit Führer, die folgte einem Klettersteig und wir damit auch.  Aber wir hatten die Klettererfahrene Berg-Heidi dabei. Sie sicherte uns und brachte uns gut ans Gipfelkreuz (13:30 Uhr)  und zu Tale. Das Wetter sollte umschlagen und so beeilten wir uns uns waren 16:45 Uhr beim ersten Donner. Er kam nicht näher und so stiegen wir ab. Nach einer Begegnung mit Yaks war 8:30 Uhr Tourende.

Traumhafte Blicke

Königsspitze3859 m NN – 06.09.2006 ab Pizzini-Hütte- 
Aufstieg ab 4:45 Uhr. Als Einzelführung reizte ich meine Leistungsfähigkeit aus. Josef war mit Gästen noch nie schnell auf den Gipfel gekommen. Wir erreichten den Flaschenhals, ein schmales, sehr steiles Eisband mit festgefrorenen Steinen. Tauen diese  auf, gibt es lebensgefährlichen Steinschlag. 7:31 Uhr war das Gipfelkreut erreicht, ein Bein in der Lombardei, das andere in Südtirol. Ich entdeckte eine Kiste mit MG-Patronen aus dem 1. Weltkrieg, die Josef melden mußte. Nach einer kurzen Rast in dieser traumhaften Höhenlage ging es zurück, ohne Steinschlag. 10:02 Uhr waren wir wierder an der Pizzini. Nach einer Stunde Abstieg fuhren wir mit dem Taxi nach Sulden.

Königsspitze 2006 (2)
Königsspitze 2006 (1)

Teide3715 m NN – 28.10.2009, 08.10.2010 und 20.11.2012   Als Ausgangspunkt sollte man die Hochebene auf 2200 m wählen oder mit der Seilbahn. Bei individuellen Gipfelwünschen muss man sich vorher eine Erlaubnis besorgen, die pinglichst kontrolliert wird. Bei organisierten Touren läuft das über den Veranstalter. Empfehlenswert ist eine Tour mit Übernachtung auf “Altavista” (3260 mNN), mit Nachtwanderung und Besteigung in den Morgenstunden. Man dard die Akklimatisierung nicht auf die leichte Schulter nehmen, dann droht der Abbruch wegen Höhenkrankheit.

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die Eier des Teide
Sonnenaufgang am Gipfel

Watzmann Hocheck2651 m NN – 09.09.2006 -Ramsau-
Bei entsprechend stabilen Wetter wollten wir ursprünglich nach der Vorbereitung im Vinschgau nach Frankreich fahren und den Mont Blanc zu erklimmen. Auf der Rückreise aus Südtirol machten wir Station am Fuße des Watzmann und hatten spontan die Idee, ihn zu besteigen. Ohne größere Vorbereitung starteten wir an Wimbachbrücke um 8:45 Uhr, viel zu spät, um eine Überquerung durchzuführen. 11:30 Uhr am  Watzmannhaus und  12:40 Uhr  am Gipfelkreuz bedeuteten für uns: NICHT WEITER. 

Watzmann – Mittelspitze 2713 m NN –  Südspitze 2712 m NN – 13.08.2013 – ab Ramsau. Wir stiegen bei schönstem Wetter auf. In der Nacht begann es zu regnen und wir starteten am nächsten Morgen verspätet und trotz Warnung durch den Hüttenwirt. Den Hocheck erreichten wir vor dem nächsten Schauer und warteten auf trockenen Kalkstein. Ein anderer Bergsteiger ging dann gegen 13 Uhr weiter und wir hinterher. Der Nebellichtete sich nicht. Wir erreichten Mittel- und Südspitze ohne Fernsicht und verpassten den Anschluß zur Wimbachgrieshütte. 5 Minuten schneller und wir hätten den Weg nach gesehen. So irrten wir nachts zum Ausgangspunkt  als Überlebenstraining zurück. 5 Uhr ging die Sonne auf. Überquerung geschafft, aber …

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Watzmann – Umrundung – 2014/2020 – ab Berchtesgaden/Ramsau 
Wir stiegen bei schönstem Wetter über die Kührointalm zum Watzmannhaus auf. Der nächste Tag führt uns zur Wimbachgrieshütte. Hier beginnt am nächsten Tag eine steinige Wanderung durchs “Steinerne Meer” bis zum Kärlingerhaus. Hier holt uns das Gewitter ein und wir steigen am nächsten Tag bei 

UmrundungWatzmann2014 (1)
UmrundungWatzmann2014 (2)

Nebel und starkem Niesel durch die Saugasse zum Königsee ab. Im Nebel setzen wir über und beendeten die Umrundung. Ende der Drei-Männer-Tour.
2020 versuchte ich mit meinem Enkelsohn erneut eine Überschreitung des Massivs. Wieder schönes Wetter beim Zustieg zum Watzmannhaus. Dann folgten schwere Gewitter, ein Feuerfehlalarm und eine Nebelwaschküche, die keine Überschreitung zulies.

UmrundungWatzmann2014 (3)
UmrundungWatzmann2020 (2)

Der Watzmann liebt mich nicht. Nach Abbruch der Überschreitung, Corona liess keine kurzfristigen Übernachtungen zu, setzten wir die gegenüber 2014 veränderten Umrundung fort. Mit 68 Jahren hatte ich Konditionsprobleme gegenüber meinem 51 Jahre jüngerem Enkel. Er suche die besten Tritte auf dem Weg und wir kamen vorgabegetreu zum Ingolstädter Haus. Am nächsten Tag hatten wir endlich auch Traumwetter in der Saugasse und am Königsee.

UmrundungWatzmann2020 (1)
Ingolstädter Haus
UmrundungWatzmann2020 (3)
Saugasse zum Königsee

Weißkugel – 3739 m NN – 06.09.2005 ab Weißkugel-Hütte – Südtirol, an der Grenze zu Tirol –  Nach der Wildspitze der zweithöchste Gipfel der Ötztaler Alpen. Es gibt mehrere Zustiege. Josef, unser Bergführer, wählte die wohl spektakulärste Variante. Beim Aufstieg hatte ich wacklige Knie und musste daran denken, meine Familie nicht wieder zu sehen. Das Glücksgefühl auf dem Gipfel wo dies alles auf, wunderschöner Rundblick. Nach dem Abstieg über den Ostgrat, steckte ich als Mittelsmann der Seilschaft plötzlich bis zur Hüfte in einer kleinen Gletscherspalte, nichts passiert – aber ein Schreck war es dennoch. Nach der großen Gletscherbrücke, die es 2020 nicht mehr geben sollte,  lud Hütten-Imhild zu einem Bergsteigermenü, nur für uns.

Weißkugel (2)

Zugspitze – 2994 m NN – 05.08.2007 – ab Höllenbachklamm-Höllentalangerhütte
Aufstieg ab 6:45 Uhr über Klettersteig mit Überquerung des Zugspitzgletschers. Kleine Spalten! Der Einstieg danach in die Wand war nicht einfach, Riesenschritt notwendig. 13 Uhr erreichten wir den Gipfel. Der Klettersteig ist unschwierig.

Zugspitze 2007 (3)
Einstieg in den Klettersteig
Zugspitze 2007 (1)
Verlassen des Gletschers
Zugspitze 2007 (2)
erfolgreiche Seilschaft