Um die Talsperre Lichtenberg

Wanderbeschreibung

Der Wanderwichtel  geht        ab Frauenstein 

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Um die Talsperre Lichtenberg"


 

Dies ist die Beschreibung für eine geführte, von einem Ortskundigen begleitete  Wanderung. Wer sie allein machen möchte, benötigt unbedingt eine aktuelle Wanderkarte um die "Feinheiten" zu gehen, die hier nicht beschrieben sind.

Wir treffen uns 8:30 Uhr auf dem Marktplatz in Frauenstein und beginnen hier unsere Wanderung. Sie ist mit 17-19 Kilometer und 5-6 Stunden Laufzeit geplant.
Wer 5 Stundenkilometer über längere Zeit nicht erreicht, sollte diese Wanderung nicht mit einer Gruppe machen.
Es gibt mehrere kurze Anstiege bis 10% Steigung.
Festes Schuhwerk mit griffiger Profilsole, Regensachen und Sonnenschutz sollten immer dabei sein. Im Gebirge gibt es schnelle Wetterwechsel, auch wenn der Wetterbericht dies nicht gemeldet hat. Weiterhin sollte mindestens 1 Liter Trinkflüssigkeit und Nahrung für 6 Stunden im Rucksack stecken.
 

Die Wege bestehen aus guten, aber auch ausgewaschenen Feld- und Waldwegen. Es gibt auch mehrere Abschnitte, die asphaltiert sind.
 
Dem Weg zur Talsperre folgen wir zunächst über den ehemaligen Bahndamm der Kleinbahnstrecke bis Burkersdorf.
Dann gehen wir die Dorfstraße entlang und steigen ein Stück ins Gimmlitztal hinab.
 
Hier haben wir die Möglichkeit, den Burgberg zu "besteigen". Er ist 611 Meter hoch. Man kann sich hier in ein Gipfelbuch eintragen und hat einen Fernblick bis nach Freiberg.
 
           
Über Waldwege und asphaltierte Wegabschnitte erreichen wir die Staumauer der Talsperre. (Verschiedene Wege führen zur Staumauer. Wir nehmen die, die passierbar sind und den Möglichkeiten der Wanderer entsprechen: flacher oder steiler!) Hier machen wir eine Essenspause.

Anschließend überqueren wir die Staumauer und steigen zum Kamm dieses Tales hoch, vorbei an der Gaststätte "Zum Singenden Wirt" und zur Schutzhütte "Hoher Schuß".
Dann nehmen wir den Waldweg nach Dittersbach.
 
Auf dem Weg können wir den 522 Meter hohen Zipfel besteigen und uns ins Gipfelbuch eintragen. Vom "Gipfelkreuz" hat man einen herrlichen Blick auf die Talsperre und den Burgberg.

                   
Wenig später erreichen wir einen Gedenkstein:
Am 09.02.1819 nachmittags gegen 2 Uhr verunglückte Johann, Reinhard Bernhard im Alter von 31 Jahren. Dieses Datum stand auf der älteren Erklärung zu diesem Gedenkstein vor seiner Restaurierung. Er war ein Mehl- und Ölmühlenbesitzer aus Dittersbach. Bei einem Gewitter erschraken die Pferde seines schwer beladenen Wagens und er fiel herunter. Die Räder fuhren über seinen Kopf und er war auf der Stelle tot. Dies geschah gegenüber dem Teichhaus. Dort, wo er zu Tode kam, ließ sein Vater 1819 den Gedenkstein errichten.
Er stand bis 1970 an der Kreuzung "Die Hand", heute mitten auf dem Grund der Talsperre. Als sie gebaut wurde, versetzte die Talsperrenverwaltung den Stein an die Forststraße.
Dort habe er sich aber wegen des Hanges zunehmend geneigt. Da der weiche Cottaer Sandstein zudem sehr verschlissen gewesen sei, ließ ihn Thomas Schulz im Auftrag des Sachsenforstes restaurieren. Die Kosten von rund 3000 Euro zahlte also der Freistaat.

Im September 2017 haben die Frauensteiner Steinmetze Thomas und Magnus Schneider gemeinsam mit dem Lichtenberger Revierförster Thomas Schulz den restraurierten und überarbeiteten Stein wieder aufgestellt.
Hinzu kamen einige ergänzende Informationen:

Die Frauensteiner Steinmetze Magnus und Thomas Schneider recherchierten daraufhin, welche Inschrift der Stein einst getragen haben könnte. Dabei stießen sie auf die originale Traueranzeige für Johann Reinhard Bernhard in der Leipziger Volkszeitung vom Juli 1819. Eine Kurzfassung davon wurde auf den Stein gebracht und die Schrift an die damals originale angelehnt". Dabei stellte sich heraus, dass das Todesdatum nicht im Februar, sondern im Juli lag. Gerätselt haben die beiden Frauensteiner über ein Symbol, das im oberen Teil der Stele eingebracht war. Davon waren wirklich nur Fragmente vorhanden. Schließlich ließ sich herausfinden, dass es sich um das Auge der Vorhersehung - ein von einem Strahlenkranz umgebenes Auge - handelt. So arbeiteten die beiden Fachleute auch dieses aus dem Stein neu aus. Wenn Wanderer nun auf ihrem Weg an dem Stein verharren und sich Zeit nehmen, werden sie auch eine Tafel finden, auf der sie die Gedenkanzeige der Familie Bernhard lesen können, die diese im Juli 1819 für ihren Sohn in der Leipziger Volkszeitung aufgab.


Bevor wir die Staatsstraße erreichen, biegen wir rechts ab und gehen in Richtung Köhlertor. Dort bietet sich eine schöne Aussicht auf die Vorsperre der Talsperre und auf Berg und Tal gen Frauenstein mit der bewaldeten "Schillerhöhe"
Bald gelangen wir ins Zentrum des Dorfes, an die Buswendeschleife.
Wenige Meter talwärts haben wir die Möglichkeit, im Cafe "Hexenhäuschen" einzukehren und vom guten und sehr schmackhaften Kuchen zu kosten.

Dann geht es nach Frauenstein zurück:
Entweder über die Brücke der Vorsperre und dann an der Gimmlitz entlang oder, falls es vorher stark geregnet haben sollte, der alten Verbindungsstraße nach Frauenstein folgend. Beide Strecken treffen sich an der alten Bogenbrücke "Pfarrbrücke", zu deren Bau die Fundamentsteine des Frauensteiner Galgens gedient haben sollen.

Nach wenigen Matern kommen wir zum Kohlstattweg.
Diesem folgen wir, an den "Sieben Buchen" vorbei, bis wir Frauenstein und den Marktplatz erreichen.

Wir haben viel Natur gesehen. Felder, Wälder, Fluß und See. Auch 2 Berge wären zu besteigen gewesen.
Weiterhin haben wir etwas von Eisenbahnnostalgie erfahren.
Wenn das Wetter sich auch von der guten Seite zeigt -

Wanderherz, was willst Du mehr!

 
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