Kammweg des Erzgebirges
Dies ist der bebilderte Bericht aus dem Jahre 2011 (Gruppenwanderung auf einem Abschnitt vom "Neuen Kammweg" (neu markierten Weg)). Weiter unten folgt der unbebilderte Teil aus dem Jahre 2009 mit wesentlich größeren Etappen, ohne Gepäcktransport und noch auf der alten Markierung über "E3".
Die offiziellen Angebote für den Kammweg beginnen im Osten, in Geising (kammweg.de).












Dies ist der unbebilderte Bericht aus dem Jahre 2009:
Um unserer Wandergruppe einmal eine schöne Wanderwoche zu garantieren, wanderten meine Frau und ich diese Strecke größtenteils ab.  
In 7 Tagen inklusive An- und Abreise 174 km zu wandern und dazu noch einen Rucksack bis zu 9 kg zu tragen ist schon etwas ungewöhnlich.
Man kann so auch die Kondition für einen Hochgebirgsurlaub vorbereiten und testen - zeitmäßig kann man nicht viel mehr am Tage durchführen - wenn man nur noch dünnere Luft hätte...

Am 4. Oktober 2009 wurden wir beide und unsere Rucksäcke zum Bahnhof Freiberg gefahren. Von dort aus fuhren wir mit dem Sachsentikett über Zwickau nach Schöneck.
Dann wanderten wir ab 13:30 Uhr nach Klingenthal. Unterwegs gab es 30 Minuten Kaffepause in der Wildschützhütte am Schneckenstein. Bei leichtem Nieselregen kamen wir hoch oben am Aschberg  im Hotel Waldgut gegen 18:15 Uhr an. 16 km betrug dieses Wegstück.

Am Montag war Abmarsch um 9 Uhr. Die Wanderung führte über den Aschberg (936 m) nach Weitersglashütte, 21 km.
Hier wäre eigentlich schon die Übernachtung gewesen. Doch wir hatten nicht so viele Tage frei und so wurden einige Etappen zusammengelegt, obwohl das sich als falsch erweisen sollte. Die Wanderung ging weiter von Weitersglashütte über den Auersberg (1019 m) nach Breitenbrunn. Nun hatten wir 42 km in den Beinen, ich hatte mich verrechnet. Wie war ich nur auf 32 km gekommen?
Das Kaffeetrinken vor dem Aufstieg zum Auersberg hatte zwar die Lebensgeister geweckt und wir hatten auch keinen Besuch von Johanngeorgenstadt eingelegt. Als wir dann über den Rabenberg nach Breitenbrunn auf- und abstiegen, begann es leicht zu regnen und es dunkelte bereits. Nachdem wir aus dem Wald herauskamen, ging ich in ein Haus, um nach dem Hotel zu fragen.
Den Landgasthof "Grüner Baum" erreichten wir um 19:15 Uhr.

Am Dienstag führte uns die Wanderung von Breitenbrunn nach Kurort Oberwiesenthal, über den höchsten Berg Sachsens, den Fichtelberg (1215 m).
In einer Kaufhalle am anderen Ende von Breitenbrunn füllten wir unsere Getränkeflaschen auf. Sie mussten reichen bis zum Kaffeetrinken im Fichtelberghaus. Beim Abstieg mussten wir noch gut einen Kilometer durch eine Baustelle, Elektrokabel wurde verlegt. Wir hätten wohl in den Graben rutschen können. Die Übernachtung fand dann im 3-Sterne-Hotel "Rotgiesserhaus“ statt. Um 18 Uhr setzte wieder leichter Regen ein, aber da saßen wir schon im Trockenen. Dass das Hotel über eine Sauna verfügte, erfuhren wir erst am nächsten Morgen. Als wir 17:45 Uhr nach 27 km angekommen waren, hätten wir Zeit und Bedarf zur Erholung dort gehabt.

Die Wanderung am Mittwoch vom Kurort Oberwiesenthal über den Bärenstein (898 m) nach Jöhstadt/Satzung begann getrennt. Karin hatte Probleme mit ihrer linken Wade, überanstrengt.
So fuhr Karin die ersten 8 Kilometer mit der Dampfeisenbahn und ich wanderte in 45 Minuten vom Hotel zum Roten Vorwerk/ Waldeck, dann zur Bahnstation Kretscham-Rothensehma. Über den Bärenstein (898 m) ging es dann gemeinsam weiter. Ab hier wird die Wandergruppe bestimmt  mit dem Bus nach Jöhstadt fahren, da dieser Teil schlecht beschildert ist und auch nicht viel zu bieten hat. Wir kamen in Jöhstadt gegen 15:30 Uhr an, nach 23 km. Wir fanden in der Stadtmitte einen Bäcker, wo wir Kaffee und Kuchen zu uns nahmen. Dann stiegen wir nach Schmalzgrube ab und dann ging es weiter nach Satzung. Der Weg überwindet auf 2,5 km einen Höhenunterschied von 190 m bis zur Hochfläche.  Übernachtet haben wir im Gasthof "Erbgericht". Dort waren wir 18 Uhr nach 33 km angekommen.

Der Donnerstag sollte ein geruhsamer Tag werden. Karin ging es besser und so starteten wir in Richtung Hirtstein nach Pobershau. Es war ein wunderschöner Tag bis wir zum Katzenstein kamen. Dort begann es kurz zu regnen und wir beschlossen unsere Übernachtung im „Berghof“, einem 3-Sterne-Hotel mit Sauna  zu nehmen, direkt am Aussichtsfelsen „Katzenstein“.  Da es erst 14 Uhr war und Karin nach 20 km immer noch Lauflust hatte, beschlossen wir, in den Ort absteigen und etwas Bergbauliches zu erkunden. Der Hin- und Rückweg waren 6 km. Kaffee konnte man am Schaubergwerk incl. Mineralienverkauf trinken. Wir waren allerdings in einem heruntergekommenen DDR-Cafe mit unfreundlicher Bedienung. Dort gab es nur Pfannkuchen, allerdings auch spottbillig. Wenige Meter weiter kauften wir dann in der Bäckerei leckeren Kuchen, den wir dann am Fluss verspeisten. Im Hotel gab es „Kindskopfgroße“ Krautrouladen zum Sonderpreis an diesem Tag. Allerdings war das Kraut nicht so, wie ich es von Karin gewohnt bin. Ich spürte zum wiederholten Male das „Gefühl“ im Gichtzeh. Diesmal nahm ich eine Schmerztablette und das brachte mich am folgenden Tag gut über die Doppeletappe.

Der Freitag führte uns Wanderer von Pobershau nach Olbernhau und Seiffen.
Vom Katzenstein suchten wir 2 km lang den Abstieg ins Schwarzwassertal. Nach einem größeren Aufstieg gelangten wir auf eine Hochfläche von der man relativ viel sehen konnte. Besonders am Stößerfelsen war die Aussicht bei diesem spätsommerlichen Wetter sehr lohnenswert. Kurz vor diesem Felsen hatten wir uns getrennt, weil wieder einmal keine Markierung da war. Als ich dann den richtigen Weg gefunden hatte, rief ich mehrfach nach meiner Frau. Aber sie hörte mich nicht. Zu allem Pech hatte das Handy auch keinen Empfang. Als ich dann zurück gehen wollte, kam sie mir gerade entgegen.
Nach insgesamt 26 km erreichten wir Olbernhau, Ortsteil Grünthal - direkt am Denkmalkomplex Saigerhütte mit Hotel gegen 15:15 Uhr.
Da das Cafe am Freitag geschlossen hat, nutzen wir die Kaffeegelegenheit im Penny.
Ohne hier zu übernachten gingen wir weiter nach Seiffen. Nach 8 km und weiteren 4 km für die Ortsbesichtigung kamen wir dann auf der anderen Bergseite am „Berghof“ an.
Es war 19:15 Uhr. Nach 39 km waren wir müde und kaputt.
Das Essen und die Nacht taten uns gut.

Leider erwachte ich am Samstag mit einer bösen Gichtzehe.
An diesem Tag sollte eine Schlechtwetterfront das Osterzgebirge erreichen. Vor dieser waren wir die ganze Woche gelaufen und hatten nur wenig Feuchtigkeit abbekommen.

Wir liefen nicht den Weg über Sayda und die Kreuztanne. Weil ich der Meinung war, an der Grenze gebe es vielleicht mehr zu sehn, nahmen wir den Grenzweg. Aber der Weg war fast vollständig von Wald umgeben. Für die Wandergruppe wird es besser sein, über Sayda zu gehen.
So wanderten wir lediglich10 km bis nach Neuwernsdorf  und wurden dort von unserer Tochter mit dem Auto abgeholt und nach Frauenstein gebracht. Kaum im Auto sitzend begann es zu regnen. Optimaler kann man es nicht planen.

 

 

 

 

 

  
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